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Interreg-Projekt Attraktivierung Ausserfernbahn (AB266)

Gemeinsam mit PartnerInnen im Außerfern und in Bayern rückte der VVT im Interreg-Projekt „Attraktivierung der Regionalbahnen im Gebiet der Euregio Via Salina und Zugspitze Wetterstein Karwendel“ die Nutzung der Bahnlinien in den Fokus. Hier werden die Ergebnisse präsentiert.

Von November 2019 bis Juni 2022 beschäftigte sich eine grenzüberschreitende Projektgruppe mit unterschiedlichen Fragestellungen, die alle dasselbe Ziel hatten: Die Bahnstrecke der Außerfernbahn attraktiver zu machen und damit für mehr Personen nutzbar.

Dass grenzüberschreitende Zusammenarbeit wichtig ist, zeigte sich gleich zu Beginn des Projektes. Alle PartnerInnen haben Kontakt zu ihren StakeholderInnen, die alle unterschiedliche Expertise einbringen konnten.

Als PartnerInnen in dem Projekt waren beteiligt:

Die ProjektpartnerInnen

Drei Jahre lang haben sich die PartnerInnen mit unterschiedlichen Fragestellungen beschäftigt, haben regelmäßig die Herausforderungen diskutiert und gemeinsam mit externen ExpertInnen die besten Lösungen gesucht. Diese Ergebnisse wollen wir hier kurz vorstellen und für alle verfügbar machen.

1. Meinungsumfragen

Leider konnten aufgrund der Covid-Pandemie nicht alle Projektteile wie geplant durchgeführt werden. Vor allem eine breite BürgerInnen und StakeholderInnenbeteiligung fiel dem Umstand zum Opfer, dass man sich nicht in großen Gruppen treffen konnte. Die Projektgruppe hat trotzdem versucht, die Meinung von BahnnutzerInnen, aber auch Nicht-NutzerInnen einzuholen und StakeholderInnen so gut es geht in den Prozess einzubinden. 

Im Projekt wurden insgesamt drei Umfragen durchgeführt:
• Eine telefonische Befragung von Nicht-NutzerInnen (Download Bericht unten)
• Eine umfangreiche Fahrgastzählung und Befragung auf der Strecke (Download Bericht unten)
• Ein Onlinefragebogen über Hintergründe der Nutzung, Attraktivität und Buchung der Bahn (Download Bericht unten)

Die wichtigsten Schlussfolgerungen aus den Umfragen kurz zusammengefasst: 

• Immer wieder wird bemängelt, dass die Ausserfernbahn zu langsam sei. Stimmt, aber wir müssen uns auch bewusst machen, dass es eine klassische Bergbahn mit engen Kurvenradien und großen Steigungen ist. Die Ausserfernbahn wird sich nie in eine Hochgeschwindigkeitsstrecke umbauen lassen. Durch ihre Eingleisigkeit sind Beschleunigungen schwierig, weil immer wieder Züge aus der Gegenrichtung abgewartet werden müssen. Hier muss man ehrlich sagen, was technisch machbar ist und was nicht. Die Elektrifizierung der Strecke bis Pfronten-Steinach wird aber schon eine Verbesserung im Netz bringen!

• Es braucht attraktivere Angebote für allem für Gäste, die die Bahn während ihres Aufenthaltes in der Region nutzen wollen. Hier geht es vor allem um ein Gesamtangebot für Gäste und die Möglichkeit einer umfassenden Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittels mit der Gästekarte.

• Die Außerfernbahn wird vor allem von Menschen für Freizeitwege, Ausflugsverkehr und im Urlaub benutzt. Hier braucht es entsprechende Preisangebote und entsprechende Informationen an die Zielgruppe. 
 

2. Mobilitätscoaching

Durch eine beauftragte Expertin wurden mehrere Mobilitätscoachings in der Region für Tourismusorganisationen, aber auch Beherbergungsbetriebe durchgeführt. Dabei wurde einerseits die öffentliche Anreise in die Region vorgestellt, andererseits Möglichkeiten der Mobilität vor Ort vorgestellt. Informationsquellen und Kommunikation an den Gast waren weitere Themen der Coachings. 

Vor allem die Vor-Ort-Mobilität stellt derzeit noch ein Hindernis dar, völlig im Urlaub aufs Auto zu verzichten. Hier braucht es Optimierungen vor Ort und im Anschluss daran eine umfassende Information darüber. 

Es wird im Anschluss an das Projekt überlegt ein überregionales Mobilitätscoaching aufzubauen, das langfristig wirkt und die Informationen aktuell halten kann. 

Detaillierte Berichte und Schlussfolgerungen zum downloaden unten.

3. Kommunale Handlungsempfehlungen bei technisch ungesicherten Bahnübergängen

In diesem Projektteil wurde von einem externen Experten eine umfassende Studie erstellt, die alle Grundlagen, Probleme und mögliche Lösungen zum Thema beleuchtet. Für Gemeinden an der Strecke wurde eine Checkliste zusammengestellt, mit der man das Thema „Bahnübergänge“ organisiert angehen kann.

Die Gemeinden haben damit die Möglichkeit, die Gegebenheiten an ihren Bahnübergängen in einem Georgrafischen Informationsssystem (GIS) zu erfassen. Im Rahmen des Projektes wurden hier das notwendigen Zusatzmodul finanziert und programmiert.

Checkliste und Handlungsleitfaden zum downloaden untenstehend.

4. Multimodale Schnittstellen am Bahnhof Pfronten-Steinach und Bahnhof Nesselwang

Der Gemeinde Markt Nesselwang ist es durch das Projekt nach jahrelangen Bemühungen gelungen das Bahnhofsgebäude zu erwerben. Dies war die Grundvoraussetzung für Planungsentscheidungen für einen Umbau des Bahnhofes und dessen Umfeld. Notwendige Anforderungen an den Bahnhof wurden erhoben sowie die Integration der übergeordneten Verkehrsinfrastruktur untersucht.

Für Pfronten-Steinach liegt nach dem Projekt eine professionelle Ausarbeitung für eine Weiterentwicklung des Bahnhofes im Rahmen der Stadtentwicklung vor. Die Befassung mit baulichen Veränderungen und deren Auswirkungen, die Berücksichtigung von veränderten Interessen der Raumnutzung und ein frühzeitiges Einbinden der betroffenen GrundstückseigentümerInnen  und wichtigen StakeholderInnen wurden professionell begleitet. Mit der konkreten baulichen Umsetzung wird sich die Gemeinde in den kommenden Jahren befassen. 

Detaillierter Bericht zum downloaden untenstehend.

5. Aufwertung PendlerInnenbahnhof Kainzenbad und Optimierung der Werdenfelsbahn inkl. Prüfung des zweigleisigen Ausbaus 

Die Aufwertung des PendlerInnenbahnhofes Kainzenbad wurde im Projekt nicht behandelt, sondern wurde durch Vermittlung der Leadpartnerin VVT in das Gutachten der BEG aufgenommen, welche derzeit an der Erstellung eines Fahrplan- und Infrastrukturgutachtens arbeitet. 

Der zweigleisige Ausbau wurde inzwischen in das Gleisausbauprogramm des Freistaates Bayern aufgenommen (siehe auch Neue Initiative für zusätzliche Gleise und Begegnungsbahnhöfe in Bayern - Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr

Und was folgt als nächstes?

Die PartnerInnen des Projektes haben eine Vereinbarung geschlossen, auch in Zukunft eng zusammenzuarbeiten, sich auszutauschen und gemeinsam Folgeprojekte aus den Themen zu entwickeln, die sich im gemeinsamen Projekt ergeben haben. Vor allem der Austausch über die Landesgrenze hinweg wird als sehr wertvoll angesehen und soll aufrecht erhalten werden.