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Freizeit mit Öffis: Auf den Spuren der Römer und Räter in Fließ

Bereits die Räter und Römer siedelten vor tausenden Jahren dort wo heute Fließ liegt. Irgendwie auch logisch, läuft doch einer der Hauptverkehrsrouten der alten Römer über die Alpen, die Via Claudia Augusta, genau durch Fließ und weiter über die sogenannte Fließer Platte hinunter nach Landeck. Doch im Jahre 1990 kam es in Fließ zum Sensationsfund und weitere sollten folgen.

Bei Bauarbeiten im Dorf entdeckte man einen hallstattzeitlichen Bronzehort, der wohl aus Opfergaben für die Verstorbenen mit ins Jenseits gegeben wurde. Viele weitere Schätze und Alltagsgegenstände der Räter und Römer wurden im Laufe der Jahre gefunden und sind im Museum Fließ zu bestaunen. Das wollten wir uns ein wenig genauer ansehen.

Für uns ging es von der Haltestelle Landeck Zentrum mit dem Regiobus 240 bis zur Haltestelle  Fließ Ort direkt ins Zentrum wo sich auch das Museum befindet. Dort lassen sich unzählige Funde aus der Römerzeit, Hallstattzeit und von noch früher bestaunen. Es war der Bauer Josef Kathrein der bei Grabungsarbeiten im Jahre 1990 den ersten Fund machte mit 386 Einzelstücken die fast 3000 Jahre alt waren. Eine der bedeutendsten Funde der Hallstattzeit im Ostalpenraum. Neben Fibeln, Arm- und Fußreifen und Gefäßen, stellen vor allem die Gürtelbleche mit der Abbildung der Sonne die kulturhistorisch wertvollsten Stücke dar und belegen somit den verbreiteten Sonnenkult der jüngeren Bronzezeit und älteren Eisenzeit auch in dieser Gegend. Nach dem Sensationsfund begab man sich auf die Suche nach weiteren Spuren und wurde 1991 auf der Pillerhöhe fündig. Dort wurde ein eisenzeitlicher Brandopferplatz entdeckt, welcher auch später in der römischen Zeit weiter genutzt wurde und erst mit der Ausbreitung des Christentums sein Ende fand.

Weiters entdeckte im Jahre 2001 Franz Neururer in einer Feldspate über 350 weitere Fundstücke aus Bronze. Dieser Fund war sogar noch älter und wurde auf die mittlere Bronzezeit datiert (1650 v. Chr. - 1300 v. Chr.) und gilt als einer der vielfältigsten Funde aus dieser Epoche in ganz Mitteleuropa. Unter den vielen Schmuckstücken, Fibeln, Sicheln und Waffen, wurde auch ein Fragment eines Kammhelmes gefunden, der als eine der ältesten Helme Europas angesehen werden kann.

Neben den unzähligen Fundstücken aus der Zeit der Räter fand man auch viele Spuren der Römer. Das liegt nahe, denn die Via Claudia Augusta, eine der Hauptverkehrsverbindung über die Alpen während der Römerzeit, führt direkt durch Fließ. Wir waren erstaunt über die Vielfalt und den oftmals sehr guten Zustand der ganzen Schätze die hier im Museum Fließ ausgestellt werden. Nach dem Museumsbesuch ging es für uns dann zu Fuß zurück nach Landeck über die alte Römerstraße Via Claudia Augusta, welche uns über die Fließer Platte, durch den Schlosswald und vorbei am Schloss Landeck zurück nach Hause führt. Natürlich kann man auch wieder mit dem Regiobus 240 nach Landeck gelangen, doch die kurze Wanderung lohnt sich.


Das Museum Fließ hat seit 1. Mai bereits wieder geöffnet und zwar von Dienstag bis Sonntag von 14:00 bis 17:00 Uhr. Das Museum bietet neben Führungen durchs Museum auch Führungen an den Brandopferplatz auf der Pillerhöhe an.

Genaue Infos zum Museum und den Angeboten findet ihr hier: http://museum.fliess.at

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